Vom 27.8 – 30.8.2018 reisten unsere erfolgreichen Jungforscher Annegrit Hübner; Swantje Pieplow und Felix Pochert (Bild oben links, von links nach rechts) gemeinsam mit ihrem Projektbetreuer, Biologie und Chemielehrer Herr Pochert, in die schwedische Hauptstadt Stockholm zum Junior Water Prize. (Einen detaillierten Reisebericht von Felix kann man am Ende des Artikels lesen.)
Junge Teilnehmer aus der ganzen Welt (vgl. Bild in der Mitte) präsentierten ihre Forschungen zum Thema „Wasser“. Tagungssprache war Englisch. Neben der Präsentation ihrer erfolgreichen „Jugend forscht“ – Arbeit über Mikroplastik im Abwasser (Bild oben rechts), ergaben sich viele Möglichkeiten zur internationalen Vernetzung. So fanden interessante Treffen mit den Handelsattachés aus Brasilien (vgl. Bild unten rechts) und Mexiko statt, in denen durch die Amtsinhaber die Arbeit der Schüler unserer Schule ausdrücklich gewürdigt wurde.
Highlight war mit Sicherheit das Royal Bankett, ein Abendessen im Beisein der Kronprinzessin Victoria von Schweden. Sie ließ es sich nicht nehmen, die Teilnehmer persönlich zu begrüßen (Bild unten links)…
Diese Reise wurde möglich, da die drei, jetzt ehemaligen, Schüler des FriSch-Gym in diesem Jahr Landessieger Brandenburg im Wettbewerb „Jugend forscht“ wurden. Durch diesen Sieg qualifizierten sie sich zum Bundeswettwerb „Jugend forscht“ im Mai 2018 in Darmstadt. Dort erhielten sie als Sonderpreis die Teilnahmeberechtigung an diesem „Junior Water Prize 2018“.
Hier noch ein Reisebericht, der vom Teilnehmer Felix Pochert verfasst wurde:
Unsere Zeit beim Stockholm Junior Water Prize
Es war früh, viel zu früh, als wir uns am Flughafen Berlin Tegel trafen. Eine Mischung von Aufregung und Neugier lag in Luft, denn jetzt war es endlich soweit – wir, Swantje, Annegrit und Felix, würden nach acht gemeinsamen und erfolgreichen Jahren Jugend Forscht unsere Nation bei einem internationalen Wettbewerb vertreten!
Die Anreise verlief problemlos, jedoch machte sich bereits am schwedischen Flughafen das Problem bemerkbar, welches uns während der gesamten Zeit verfolgen sollte: Wir waren ein Dreierteam in einem Wettbewerb in dem auf Grund von erneuerten Regeln nur zwei Finalisten pro Nation erlaubt sind. Doch von diesen organisatorischen Problemen ließen wir uns nicht unterkriegen und genossen jede einzelne Minute dieser einmaligen Erfahrung.
Als wir im Scandic Hotel in Stockholm ankamen, bezogen wir erstmal unsere Zimmer und lernten – egal ob in Form von Zimmergenossen oder kürzlich angereisten Finalisten in der Lobby – Stück für Stück die anderen Teilnehmer kennen. Insgesamt waren wir 48 offizielle Finalisten aus 32 Nationen, hinzu kamen noch vier nicht offizielle Finalisten, zu denen Annegrit gehörte und 3 norwegische Teilnehmerinnen.
Am Sonntag machte die Hälfte der Gruppe, in welcher auch wir eingeteilt waren, einen Stadtrundgang, während die andere Hälfte der Finalisten ihre Projekte der internationalen Jury vorstellte. Der Stadtrundgang war nicht nur sehr informativ, sondern bot uns auch die Möglichkeit, traumhafte Bilder der Altstadt zu machen. Am Ende waren unsere müden Füße jedoch froh, als wir zurück im Hotel waren.
Am Montag war es dann soweit: Jurygespräche.
Alle waren etwas besorgt, da einige der verwendeten I-posters am Probetag Probleme aufwiesen. Doch Dank des allgegenwärtigen technischen Supports hat bei den richtigen Präsentationen alles funktioniert.
Swantje und ich präsentierten in drei Juryrunden unser Projekt und Annegrit war tatsächlich ausgeregter als wir beiden. Das lag vermutlich daran, dass sie wie auf heißen Kohlen nur danebenstehen durfte, während wir sprachen. Als die Jurygespräche endlich geschafft waren und es für alle anderen Teilnehmer Feierabend hieß, sind wir gemeinsam mit unserem Projektbetreuer Herrn Pochert, dem brasilianischen Finalisten und seinem National Organizer zur brasilianischen Handelskammer gelaufen, weil wir dort als Ehrengäste eingeladen waren. Wir stellten unser Projekt vor (dieses Mal zu dritt) und hatten die Gelegenheit mit vielen Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Forschung in Kontakt zu treten. Danach begaben wir uns wieder zum offiziellen Abendprogramm, welches für uns Finalisten aus Burgern und Bowling bestand.
Noch satt von dem köstlichen brasilianischen Essen versuchten wir unser Glück beim Essen der Burger oder beim Bowling gegen 32 andere Nationen. Am Ende ging der Sieg nach Japan. Nach diesem, schon sehr langem, Abend sind wir alle ohne zu zögern ins Bett gefallen.
Am nächsten Tag waren alle ausreichend gestresst, denn niemand dachte mehr an was anderes als an die Zeremonie der Preisverleihung, welcher auch Kronprinzessin Viktoria bewohnen würde.
Alle Teilnehmer kleideten sich in ihre schönsten Kleider oder Trachten und machten an jeder Ecke Fotos.
Als der Bus für die Finalisten kam, musste Annegrit sich vorläufig von uns verabschieden, da sie als nicht-offizieller Finalist nicht mit zum Treffen mit der Kronprinzessin durfte. Sie hat die Zeit dann genutzt, um sich mit den norwegischen nicht-offiziellen Finalistinnen über unsere Themen auszutauschen, da sie ebenfalls Mikroplastik behandelten und andere Ansätze als wir verfolgt hatten.
Als es schließlich soweit war, Annegrit und unser Betreuer folgten uns zum Veranstaltungsort, waren wir alle, vom Ambiente überwältigt, denn in dem Hotel, wo die Preisverleihung stattfand, lag im Inneren eine riesige Halle mit zahlreichen Tischen, welche von lilafarbenen Scheinwerfern umspielt wurden. Der ganze Saal mit seinen zahlreichen goldenen Details und Ornamenten strahlte mit uns um die Wette. Swantje und ich saßen vorne an einem der Finalistentische, während Annegrit, unser Betreuer, Herr Pochert, und auch die norwegischen Mädchen weiter hinten an einem der Tische saßen. Sie verfolgten als Zuschauer wie Swantje, die anderen Finalisten und ich unter dem tosenden Applaus der Masse gemeinsam mit der Kronprinzessin Viktoria einschritten -wir waren selten so stolz wie in diesem Moment.
Der Abend der Preisverleihung war großartig. In den Pausen nutzten wir die Zeit, um weiter Kontakte zu sammeln und uns mit anderen Finalisten zu unterhalten. Als dann bekannt gegeben wurde, dass Japan den Sonderpreis der Kornprinzessin und Singapur den SJWP 2018 gewonnen haben, sind alle aufgesprungen und haben gejubelt, als wenn es kein Morgen mehr gäbe. An diesem Abend gab es kein einziges trauriges Gesicht. Das war eine der schönsten Erfahrungen, die wir vermutlich jemals gemacht haben. Nach unzähligen Fotos ging es dann zur Aftershow Party, welche, und da waren sich alle einig, viel zu kurz war. Gegen 24:00 musste wir wieder zurück ins Hotel.
Der nächste Abend sollte jedoch genau so aufregend werden: das Royale Bankett.
Wieder haben sich alle in ihre besten Anzüge und Kleider geworfen und um die Wette gestrahlt. Erneut aßen Swantje und ich gemeinsam mit den anderen Finalisten, während Annegrit und Herr Pochert an einem anderen Tisch sitzen mussten.
Als wir uns für den nächsten Programmpunkt treffen wollten, wechselten wir vorher jedoch noch einige Worte mit der Kronprinzessin. Als wäre das nicht schon spektakulär genug, wurde unserem Betreuer, welcher an diesem Tag Geburtstag hatte, von Viktoria persönlich gratuliert. Auch dieser beeindruckende Tag ging spät in der Nacht zu Ende und wir verbrachten den späten Abend mit den anderen Finalisten im Hotel.
Unsere atemberaubende Zeit in Stockholm ging leider viel zu schnell vorbei und so genossen wir nochmal unseren letzten Tag, bevor wir wieder nach Hause flogen. Wir spazierten ein letztes Mal durch die Gassen, aßen zusammen belgische Waffeln und machten nochmal haufenweise Erinnerungsfotos. Bis es dann schließlich hieß: Tschüss Stockholm.
Wir danken der Jugend Forscht Familie, dass sie uns dieses unfassbare Erlebnis ermöglicht haben.